Archiv / 2011

Ausstellung
Architektonika

15. September 2011 - 13. Januar 2013, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Die thematische Sammlungspräsentation zeigt, wie vielfältig bildende Künstlerinnen und Künstler seit den 1960er Jahren an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur gearbeitet haben: Die Skulpturen, Bildräume und Raumkonstruktionen der bildenden Kunst greifen architektonische Formen auf, und sie reflektieren und kommentieren gängige Praktiken in der Gestaltung von Gebäuden und urbanen Räumen.

In den Vordergrund treten die plastischen und bildhaften Qualitäten von architektonischen Strukturen, ohne dass soziale und ökonomische Implikationen der gebauten Welt aus dem Blick geraten. Es werden imaginäre Räume eröffnet oder Erinnerungen an bekannte Bauten und inzwischen historisch gewordene Zukunftsvisionen geweckt.
Gezeigt werden Werke von Absalon, Jürgen Albrecht, Carl Andre, Sophie Calle, Nina Fischer & Maroan el Sani, Peter Fischli / David Weiss, Thomas Florschuetz, Isa Genzken, Dan Graham, Mika Taanila, Rachel Khedoori, Sol LeWitt, Gordon Matta-Clark, Bruce Nauman, Manfred Pernice, Andrea Pichl, Ascan Pinckernelle, Hermann Pitz, Dieter Roth & Björn Roth, Jason Rhoades, Anri Sala, Thomas Schütte, Thomas Struth, James Turrell und Jeff Wall.

Vier in Deutschland tätige visionäre Architekten werden in den zwischen Halle 2 und 3 gelegenen Kabinetten vorgestellt: Bruno Taut und Wenzel Hablik mit ihren Entwürfen für Kristall- und Kuppelbauten aus der Aufbruchszeit der Moderne sowie Frei Otto und Ludwig Leo, die in der zweiten Jahrhunderthälfte auf unterschiedliche Weise Funktionalität und Bildhaftigkeit in der Architektur verbanden. Mit diesem Exkurs wird beispielhaft auf die Bedeutung der visionären Architektur für den Dialog zwischen Kunst und Architektur im Laufe des 20. Jahrhunderts verwiesen.

Kuratiert von Gabriele Knapstein

Friedrich Christian Flick Collection in Berlin verlängert bis 2021

Nach sieben Jahren wurde im Frühjahr 2011 der Vertrag zwischen der Friedrich Christian Flick Collection und der Stiftung Preussicher Kulturbesitz auf weitere zehn Jahre bis mindestens 2021 verlängert. Einen entsprechenden Vertrag haben Friedrich Christian Flick und der Präsident der Stiftung  Hermann Parzinger im März 2011 unterzeichnet.

Hermann Parzinger sagte dazu: „Die Kooperation mit Friedrich Christian Flick hat sich schon in den vergangenen Jahren als überaus fruchtbar erwiesen. Der Hamburger Bahnhof konnte sich als international hoch anerkannte Adresse für zeitgenössische Kunst weiter profilieren. Dass wir die Zusammenarbeit nun in dieser Form fortsetzen können, freut mich außerordentlich.“

Somit werden auch in den nächsten zehn Jahren verschiedene  Ausstellungen aus dem Konvolut der Friedrich Christian Flick Collection in den Rieckhallen im Hamburger Bahnhof gezeigt werden. Wie bisher sowohl in Form monografischer Ausstellungen wie auch thematischer Gruppenausstellungen.

„Mit dem räumlichen und inhaltlichen Zugewinn wurde das Haus zu einem der weltweit größten Museen zeitgenössischer Kunst mit einer Ausstellungsfläche von rund 13.000 Quadratmetern, allein 6.000 in den neu gewonnenen Räumen. Zahlreiche Ausstellungen wurden in den vergangenen Jahren aus der Sammlung heraus entwickelt, darunter die viel beachtete und breit diskutierte Erstpräsentation der Sammlung im Jahr 2004, die aufwändige Ausstellung „Jenseits des Kinos. Die Kunst der Projektion“ im Jahr 2006 sowie die monografischen Präsentationen, die Künstlern wie Urs Fischer 2005, Wolfgang Tillmans 2008 oder Bruce Nauman 2010 gewidmet waren.“ (Auszug aus der Pressemitteilung der Stiftung Preussischer Kulturbesitz vom 16. Mai 2011)

Ausstellung
Bruce Naumann – Dream Passage

28. Mai – 10. Oktober 2010, Hamburger Bahnhof, Berlin

Unter dem Titel „Dream Passage“ (Traumpassage) stellt die Friedrich Christian Flick Collection zusammen mit der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof den amerikanischen Künstler Bruce Nauman erstmals mit einer großen Werkschau in Berlin vor. Kernpunkt der Ausstellung sind die grossen begehbaren Installationen und grösseren Skulpturen sowie Neonarbeiten des Künstlers. In der zentralen Historischen Halle des Museums werden einige herausragende Beispiele der so genannten "Erfahrungsarchitekturen" gezeigt, darunter die Arbeit "Corridor Installation (Nick Wilder Installation)" von 1970, "Helman Gallery Parallelogram" (1971) oder "Flayed Earth Flayed Self (Skin Sink)" (1972). Neonarbeiten wie "Five Marching Men", 1985, "American Violence", 1981-1982 oder "Sex and Death / Double 69", 1985 wiederum verweisen auf eines der zentralen Themen Naumans: Gewalt und Individuum.

Von der Historischen Halle führt die Ausstellung in die Rieckhallen, in denen weitere Arbeiten Naumans vor allem im Dialog mit Werken von Künstlern aus dem Bestand der Friedrich Christian Flick Collection  wie z.B. Robert Morris, Richard Serra, Eva Hesse, Richard Jackson, Dieter Roth u.a. zu sehen sind.

Anlass der Ausstellung ist die Realisierung der spektakulären Architektur-Skulptur „Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care“ von 1984, die als Schenkung in die Sammlung der National- galerie aufgenommen wurde und die nun nach den Maßgaben des Künstler, Werkes dauerhaft in Halle 5 der Rieckhallen installiert werden soll.

Ausstellung
Die Sammlungen - The Collections – Les Collections

16. Februar 2010 - 14. September 2011, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Der Hamburger Bahnhof beherbergt seit November 1996 das "Museum für Gegenwart" der Nationalgalerie. Parallel zu Sonderausstellungen zeigt dieses in wechselnden Präsentationen auf rund 10 000 qm eine Auswahl von Werken aus seinen bedeutenden Sammlungen.

In den Rieckhallen sind dabei vorrangig Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof zu sehen. In den Hallen 1 und 2 werden Werke der Minimal Art und des Postminimalismus gezeigt, darunter Arbeiten von Donald Judd, Dan Flavin und John McCracken sowie Robert Morris, Bruce Nauman und Richard Serra. Diese treten in einen Dialog mit jüngeren Positionen etwa von Heimo Zobernig, Manfred Pernice oder Rachel Khedoori. Einen Kontrast zu den klaren Formen und glatten Oberflächen der Minimal Art bilden in den Hallen 3 und 4 die wuchernde Struktur der "Gartenskulptur" (1968ff.) von Dieter Roth und die Fragilität der Tierkörper in den Werken von Bruce Nauman und Nikolaus Lang. In Halle 5 ist die monumentale, begehbare Skulptur "Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care" (1984) von Bruce Nauman zu sehen. Dem Künstler geht es hier um die Erfahrung einer extremen, existentiellen Verlassenheit, die er wie in einer Art Versuchsanordnung hervorzurufen sucht. Auch in Naumans Videoarbeiten stehen Fragen nach der Selbstwahrnehmung und nach der Verortung wie der Zurschaustellung des eigenen Körpers im Zentrum