Archiv / 2010

Ausstellung
Bruce Naumann – Dream Passage

28. Mai – 10. Oktober 2010, Hamburger Bahnhof, Berlin

Unter dem Titel „Dream Passage“ (Traumpassage) stellt die Friedrich Christian Flick Collection zusammen mit der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof den amerikanischen Künstler Bruce Nauman erstmals mit einer großen Werkschau in Berlin vor. Kernpunkt der Ausstellung sind die grossen begehbaren Installationen und grösseren Skulpturen sowie Neonarbeiten des Künstlers. In der zentralen Historischen Halle des Museums werden einige herausragende Beispiele der so genannten "Erfahrungsarchitekturen" gezeigt, darunter die Arbeit "Corridor Installation (Nick Wilder Installation)" von 1970, "Helman Gallery Parallelogram" (1971) oder "Flayed Earth Flayed Self (Skin Sink)" (1972). Neonarbeiten wie "Five Marching Men", 1985, "American Violence", 1981-1982 oder "Sex and Death / Double 69", 1985 wiederum verweisen auf eines der zentralen Themen Naumans: Gewalt und Individuum.

Von der Historischen Halle führt die Ausstellung in die Rieckhallen, in denen weitere Arbeiten Naumans vor allem im Dialog mit Werken von Künstlern aus dem Bestand der Friedrich Christian Flick Collection  wie z.B. Robert Morris, Richard Serra, Eva Hesse, Richard Jackson, Dieter Roth u.a. zu sehen sind.

Anlass der Ausstellung ist die Realisierung der spektakulären Architektur-Skulptur „Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care“ von 1984, die als Schenkung in die Sammlung der National- galerie aufgenommen wurde und die nun nach den Maßgaben des Künstler, Werkes dauerhaft in Halle 5 der Rieckhallen installiert werden soll.

Ausstellung
Die Sammlungen - The Collections – Les Collections

16. Februar 2010 - 14. September 2011, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Der Hamburger Bahnhof beherbergt seit November 1996 das "Museum für Gegenwart" der Nationalgalerie. Parallel zu Sonderausstellungen zeigt dieses in wechselnden Präsentationen auf rund 10 000 qm eine Auswahl von Werken aus seinen bedeutenden Sammlungen.

In den Rieckhallen sind dabei vorrangig Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof zu sehen. In den Hallen 1 und 2 werden Werke der Minimal Art und des Postminimalismus gezeigt, darunter Arbeiten von Donald Judd, Dan Flavin und John McCracken sowie Robert Morris, Bruce Nauman und Richard Serra. Diese treten in einen Dialog mit jüngeren Positionen etwa von Heimo Zobernig, Manfred Pernice oder Rachel Khedoori. Einen Kontrast zu den klaren Formen und glatten Oberflächen der Minimal Art bilden in den Hallen 3 und 4 die wuchernde Struktur der "Gartenskulptur" (1968ff.) von Dieter Roth und die Fragilität der Tierkörper in den Werken von Bruce Nauman und Nikolaus Lang. In Halle 5 ist die monumentale, begehbare Skulptur "Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care" (1984) von Bruce Nauman zu sehen. Dem Künstler geht es hier um die Erfahrung einer extremen, existentiellen Verlassenheit, die er wie in einer Art Versuchsanordnung hervorzurufen sucht. Auch in Naumans Videoarbeiten stehen Fragen nach der Selbstwahrnehmung und nach der Verortung wie der Zurschaustellung des eigenen Körpers im Zentrum

Ausstellung
Die Kunst ist super!

05. September 2009 - 14. Februar 2010, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Mit "Die Kunst ist super!" präsentiert sich der Hamburger Bahnhof wie auch die Friedrich Christian Flick neu. Auf über 10 000 Quadratmetern werden Werke der Nationalgalerie, Sammlung Marx und Friedrich Christian Flick Collection sowie der Sammlung Marzona in thematischen, monografischen und motivischen Konstellationen, in überraschenden Dialogen und beziehungsreichen Einzelauftritten in Szene gesetzt. Punktuell wird der Bestand des Museums um Leihgaben von Künstlern ergänzt, die zum Teil eigens für die Räume des Museums konzipiert werden, sowie um Leihgaben aus den reichen Sammlungen der Berliner Museumslandschaft.

Der Kontrast zwischen den strengen Formen der Minimal Art und der wuchernden Struktur der "Gartenskulptur" von Dieter Roth, zwischen den mit Spiegeln verkleideten monumentalen Kuben von Isa Genzken und den über die Wände tanzenden Linien von Otto Zitko, prägt die vornehmlich mit Werken aus der Friedrich Christian Flick Collection realisierte Präsentation in den Rieckhallen. Eindrückliche Bilder für die Unbehaustheit des Menschen etwa von Bruce Nauman oder Absalon stehen dem wohnlich eingerichteten "Heim" von Franz West oder dem mit riesigen roten Sitzmöbeln und TVSet ausgestatteten "Zimmer" von Pipilotti Rist in einem der Filmräume im Untergeschoss gegenüber.

In einer Zeit, in der vermeintlich stabile Wertesysteme in eine Krise geraten sind und sich als äußerst labile Konstrukte erweisen, zeigt sich die Kunst in dieser Neupräsentation des Hamburger Bahnhofs in all ihrer Beweglichkeit und Komplexität, in ihrer Hand in Hand gehenden Produktion von Fiktionen und Ent-Täuschung von Illusionen als verlässliche Größe: Die Kunst ist super!

Bruce Nauman, Live or Die

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Christian Flick Collection. Band 10
ISBN 978-3832192839

Warum zählt Bruce Nauman zu den bekanntesten Künstlern der Welt? Was fasziniert die Betrachter an diesem vielseitigen OEuvre? Diesen Fragen geht Eugen Blume nach, ausgehend von Naumans Feststellung, sein Werk entstehe aus der Enttäuschung über die conditio humana.

Bruce Nauman, Ein Lesebuch

Eugen Blume, Sonja Claser, Gabriele Knapstein, (Hg.) u.a.
ISBN 978-3-8321-9283-9

Dieser Band bietet eine fesselnde Einführung in den Gedankenkosmos, der das vielseitige Werk von Bruce Nauman (*1941) speist. Er ist in drei Teile gegliedert: Unter rund 20 Schlüsselbegriffen sind kurze Beiträge versammelt, mit denen das OEuvre eines der wichtigsten Künstler der Gegenwart erläutert wird. Der zweite Teil beinhaltet Texte des Künstlers selbst, der dritte Quellentexte aus den Bereichen Philosophie, Soziologie, Psychologie, Gestalttherapie, Tierzucht, Überwachungstechnologie, Tanz, Musik, Literatur, die nach Aussage Naumans für seine Arbeit eine wichtige Rolle gespielt haben.

Architektonika 

Gabriele Knapstein, Matilda Felix, (Hg) u.a.
ISBN 978-3-86984-397-1

Die Ausstellung "Architektonika" im Hamburger Bahnhof - Museum for Gegenwart - Berlin stellte skulpturale, malerische, fotografische und filmische Werke vor, die in unterschiedlicher Weise auf Architektur Bezug nehmen. Es ging in dieser thematischen Präsentation darum, zu zeigen, wie vielfältig bildende Künstler seit den 1960er Jahren an der Schnittstelle von Kunst und Architektur gearbeitet haben.

Dabei reflektieren sie nicht nur die Gestaltung, sondern auch die sozialen Implikationen von Bauwerken und urbanen Räumen. In der vorliegenden Publikation wird die Ausstellung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, und einzelne Aspekte des facettenreichen Themas werden von den Autoren vertieft.