Archiv / 2008

Ausstellung
Wolfgang Tillmans, Lighter. Neue Werke und Werke der Nationalgalerie,
der Friedrich Christian Flick Collection
im Hamburger Bahnhof sowie Leihgaben

21. März 2008 – 31. August 2008
Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Die Ausstellung  "Wolfgang Tillmans, Lighter" ist die die vierte aus der monografischen Reihe der Friedrich Christian Flick Collection und wird durch diverse Leihgaben ergänzt.

Wolfgang Tillmans ist mit originellen Porträts und Momentaufnahmen bekannt geworden, konzentriert sich aber auch auf Vorgänge des Fotografierens selbst, auf Strukturen und Beschaffenheiten der fotografischen Papiere. Diese oft abstrakten Arbeiten stehen im Zentrum der Schau, die zu den bislang größten Tillmans-Ausstellungen in Deutschland zählt.

Der Titel "Lighter" (von engl. "Anzünder") bezieht sich dabei auf eine Serie von Arbeiten, bei denen die Magie des belichteten Papiers ganz im Vordergrund steht. Die Fotografie fungiert hier nicht mehr als Abbildungsmedium, sondern vor allem als materielles Objekt. In einigen Arbeiten wird die reale Wirkung der Papiere in fast grafisch anmutenden Kompositionen übersetzt. Bei anderen Arbeiten dominieren die drucktechnischen Prozesse und sorgen für aufregende Wechselspiele zwischen Motiv und Oberfläche, Bild und Objekt.

Ausstellung
Sichtbarwerden – Fotografische Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection

21. März 2008 – 10. August 2008, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Gezeigt werden Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich im Medium der Fotografie auf unterschiedliche Weise mit unserem Blick auf die Welt auseinandersetzen. Dabei spielen sowohl Fragen nach der Physiologie und Psychologie des Sehens eine Rolle als auch Fragen nach den sozialen, ökonomischen, historischen und kulturellen Zusammenhängen, auf die die Motive verweisen. In den Fotografien, Bernd und Hilla Bechers, Peter Fischlis und David Weiss', Jeff Walls und anderer werden öde Wohnsiedlungen und Brachgelände, Industriearchitekturen und Flughäfen ebenso ins Bild gebannt wie belebte Einkaufsstraßen und einsame Strände, prächtige Museumsräume und exotische Landschaften. Sichtbar wird eine Welt, deren fotografische Abbilder zwischen Erhabenheit und Alltäglichkeit, zwischen Klischee und Geheimnis schwanken.

Ausstellung
Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden.
Dekonstruktionen des Künstlermythos. 

03. Oktober 2008 - 22. Februar 2009, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Anlässlich der Ausstellungsreihe "Kult des Künstlers" setzt sich die Ausstellung in den Rieckhallen mit den verschiedenen Ansätzen zur Dekonstruktion des Künstlermythos auseinander. Diese führen in der Kunst seit 1960  die Ambivalenz von altbekannten Künstlerrollen zwischen Auflösung und Bestätigung vor und stellen die gesellschaftlichen Erwartungen an die Figur des Künstlers bzw. der Künstlerin zur Diskussion.

Das Bild und die Vorstellung vom autonomen, genialisch schaffenden Künstler wurden bereits in den Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise attackiert. Seit den 1960er Jahren haben Künstlerinnen und Künstler die Kritik an einem heroischen Künstlerbild weiter vorangetrieben, häufig verbunden mit der radikalen Infragestellung eines am autonomen Werk orientierten Kunstbegriffs.

Zum Teil beeinflusst vom Diskurs über den "Tod des Autors" und begleitet von einer kritischen Auseinandersetzung mit der Institution Kunst, haben sie verschiedene Stereotypen, die mit der Konzeption des meist männlich gedachten Künstlergenies in Verbindung gebracht wurden, befragt und dekonstruiert.

Herkömmliche Modelle von Autorschaft werden dabei ebenso auf den Prüfstand gestellt wie traditionelle Auffassungen von männlicher und weiblicher Kreativität. Mal humorvoll, mal sarkastisch, mal destruktiv wird die Position des Künstlers oder der Künstlerin im Kunstbetrieb reflektiert, und Kategorien wie Authentizität und Subjektivität werden hinterfragt.
Gezeigt werden Werke von Francis Alÿs, Art & Language, Azorro, Bernadette Corporation, George Brecht, Marcel Broodthaers, Marcel Duchamp, Maria Eichhorn, VALIE EXPORT, Peter Fischli & David Weiss, FLUXUS, Andrea Fraser, Dan Graham, Rodney Graham, Richard Jackson, Christian Jankowski, Martin Kippenberger, Sarah Lucas, Paul McCarthy, Bruce Nauman, Adrian Piper, Pipilotti Rist, Ugo Rondinone, Dieter Roth, Ed Ruscha, Antje Schiffers, Cindy Sherman, Sturtevant, Vibeke Tandberg und Lawrence Weiner aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin und anderen Sammlungen.

Zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe des Magazins "Museum für Gegenwart".
 

Ausstellung
Roman Signer – Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im
Hamburger Bahnhof und Leihgaben

30. September 2007 - 27. Januar 2008, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Die dritte Einzelausstellung aus der Friedrich Christian Flick Collection widmet sich dem schweizer Künstler Roman Signer.

Seit den frühen 1970er Jahren führt der in der Schweiz lebende Künstler Aktionen durch, in denen alltägliche Gegenstände wie Tische, Fässer, Ballone, Fahrräder oder Kajaks zum Einsatz kommen. In präzise vorbereiteten Anordnungen treffen sie auf die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer. So hat Signer im Laufe der Jahre ein vielfältiges Oeuvre von "Zeitskulpturen" geschaffen, die er mittels Zeichnungen konzipiert und in Form von Fotografien, Super-8-Filmen, Videos und Objekten überliefert. Neben zahlreichen Objekten, Zeichnungen, Fotografien und Filmen bildet die Dokumentation seiner Aktion mit dem künstlichen Vulkan im Landschaftspark von Wörlitz im Sommer 2007 einen Teil der Ausstellung in den Rieckhallen.

Parallel zur monographischen Ausstellung von Roman Signer sind in den Rieckhallen Werke u. a. von Künstlern der amerikanischen Westküste wie Paul McCarthy, Mike Kelley, Raymond Pettibon und Jason Rhoades aus der Friedrich Christian Flick Collection zu sehen.

Ich kann mir nicht jeden
Tag ein Ohr abschneiden
. Dekonstruktionen des Künstlermythos

Begleitpublikation zur Ausstellung. Aus der Reihe "Museum für Gegenwart". Band 14
ISBN 978-3832191955

Mit Beiträgen von Gabriele Knapstein, Knut Ebeling, Helmut Draxler, Melanie Franke, Rainer Stange und Doris Berger

Dan Graham

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Christain Flick Collection. Band 8
ISBN 978-3832191108

Dan Graham (* 1942, lebt in New York) ist einer der einflussreichsten Konzeptkünstler, der mit seiner Arbeit früh die Autonomie des künstlerischen Werks in Frage gestellt und die Rolle der Populärkultur reflektiert hat. Die künstlerischen Aktivitäten, die Graham seit Mitte der 1960er Jahre entfaltet hat, reichen von Zeitschriftenartikeln, -seiten und -annoncen über Fotografien, Performances, Tonband-, Film- und Videoinstallationen bis zu Fernsehprogrammen, hybriden Skulpturen und Architekturen. 

Darüber hinaus hat Graham zahlreiche Artikel zu kulturellen Phänomenen geschrieben, Videoessays verfasst, eine Oper entworfen und die Konzeption eines Museums für einen Künstler (Gordon Matta-Clark) entwickelt, der keine dauerhaften Werke hinterlassen hat.

Gregor Stemmrich zeichnet die Entwicklungslinien von Grahams Kunst nach und zeigt, wie Graham einen kulturell vorherrschenden Gebrauch von Medien konterkariert.